Bürgerverein Mardorf & Umgebung
Bürgerverein Mardorf & Umgebung

Die ersten Alltagshelfer werden ausgebildet (2012)

Ist man radikal weil man für die Mehrheit kämpft?

Prof. Dr. Klaus Dörner hielt heute am 21. Juni 2013 im Bürgerhaus Mardorf zum Thema „Leben und alt werden in meinem Zuhause“ einen Vortrag. Keiner verliert gerne seine Heimat und deshalb ist es um so wichtiger, dass man Bürger und Nachbarn für eine Hilfe gewinnt, die einen Heimaufenthalt verhindern könnte. Dörner sprach von einem Epochenumbruch. Die Menschen werden immer älter und auch dementer und die Verantwortung der Mitmenschen würde größer. Die Versorgung sei nicht alleine von den Profis zu schaffen, da diese in einem bestimmten Zeittakt ihre Hausbesuche machen müssen. Bürger und Nachbarn hätten einen größeren zeitlichen Rahmen. Wurde früher die Meinung vertreten das es besser sei in ein Heim zu kommen als ambulante Hilfe in Anspruch zu nehmen, hat sich das Blatt gewendet. Ambulante Hilfe steht im Vordergrund so dass die Menschen die Möglichkeit haben weiterhin in ihrem Zuhause zu bleiben. Durch den Fortschritt der Technik können Menschen wunschgemäß in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, da wichtige Gräte problemlos transportiert werden können. Wenn ich durch meine Vorträge und Bücher erreiche, dass immer mehr Bürger Verantwortung für andere übernehmen und das Heim nicht immer zum Thema gemacht werden muss, dann bin ich gerne ein Radikalinski, so Prof. Dr. Dr. Dörner. Seine bisher erschienen Bücher seien Reiseberichte. Alles was er auf seinen Vortragsreisen gehört und erlebte brachte Dörner zu Papier. Es sei zu belegen, dass sich ab 1980 die Berufe in der Hilfe für Menschen erhöht habe und das Vereinsarbeit, Ehrenamt, Bürgerstiftungen und die Hospizbewegung auch zu diesem Zeitung in Gang gebracht wurden. Sein neustes Buch Helfensbedürftig sei die Wortkreation von Menschen mit denen Dörner auf seinen Reisen ins Gespräch kam. Menschen, die viel Freizeit haben und sie für Hilfebedürftige verwenden fühlten sich mit dieser Arbeit sehr wohl und somit sei es eine Bedürftigkeit auf Gegenseitigkeit. Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, selbst schon 79 Jahre, Mediziner und Psychiater hofft natürlich auch einmal in seiner gewohnten Umgeburg sterben zu können. Unser Sozialraum muss ein Wir - Raum werden. Menschen die von außen kommen haben den nötigen Abstand, die Distanz, so dass ihre Hilfe nicht von Emotionen geleitet wird wie die eines Familienangehörigen. Da es immer mehr Menschen gibt die ohne eigene Familie leben wird die Unterstützung durch Mitmenschen mit einer Helfensbedürftigkeit immer wichtiger. Am Ende berichtete Dörner von der Stadt Ravensburg. Dort wurde die Gast- und Pflegefamilie wiederbelebt. In dieser Stadt kümmern sich 5 Vereine um die Vermittlung von Hilfebedürftigen in geeignete Familien. Die Vermittlungszahlen seien sehr positiv und 90% der Menschen würden dauerhaft in ihrer für sie ausgesuchten Familie leben.

Prof. Dr. Dr. Dörner, der im Anschluss wieder zurück nach Hamburg wollte, bekam vom 2. Vorsitzenden des Bürgervereins Burkhard Wachtel zum Abschied ein Präsent überreicht.

Sterben ist Leben vor dem Tod

Am 07. Mai 2013 informierte Claudia Gelb
von " Die Johanniter" über die ambulante Hospizarbeit. Der Bürgerverein hatte in das Schwesternhaus Mardorf eingeladen. 10 – 20 % der Menschen haben das Glück zu Hause, in ihrer gewohnten Umgebung sterben zu dürfen.

Diese Zeilen stehen bei der wichtigen Begleitung im Vordergrund.
"Du bist wichtig, weil du eben du bist und du bist bis zum letzten Augenblick deines Lebens wichtig. Wir werden tun, was wir können, um dir zu helfen, nicht nur in Frieden zu sterben, sondern auch bis zuletzt zu Leben".


Die 70 Ehrenamtlichen " Der Johanniter" die den Sterbenden und ihren Angehörigen zu Seite stehen, werden bei lebensverkürzenden Erkrankungen gerufen, oder wenn der Mensch sich aufgrund seines Alters verabschieden muss. Dieser Dienst an den Menschen ist kostenlos und es ist auch nicht von Bedeutung welcher Nationalität oder welcher Konfession der Sterbende angehört. Der ambulante Hospizdienst wird von Ärzten, Seelsorgern oder Angehörigen informiert. Sollten Menschen in einem Heim leben, die keine Angehörigen haben, so wird der Hospizdienst durch das Pflegepersonal informiert. In Kirchhain und Stadtallendorf sind Sterbegleiter in Einrichtungen. Es muss kein Mensch alleine sterben.

Die Zeiten, in denen man ganz selbstverständlich im Familienverband starb gibt es kaum noch. Viele Menschen leben alleine, oder die Angehörigen wohnen aus privaten oder beruflichen Gründen nicht in der Nähe. Die Sterbebegleiter möchten einem Menschen die letzte Phase seines Lebens erleichtern. Angehörige, die noch im Haushalt Leben können entlastet werden um wieder selber Kraft zu schöpfen.

1979 gründete Frau Hess hier in Marburg den ersten deutschen ambulanten Hospiz- und Palliativpflegedienst, nachdem sie bereits 1974 mit der psychosozalen Betreuung von Tumorkranken begonnen hatte. Seit 1997 gibt es den stationären Hospizdienst "St. Elisabeth" , seit 1998 den ambulante Hospizdienst " Der Johanniter" und seit 1998 den der " Malteser " . Marburg verfügt somit über eine gute Hospizarbeit, die für die Menschen im Marburg-Biedenkopf-Kreis bereit ist.

Die Hospizarbeit wird von Ärzten und Apotheken durch ein gutes Netzwerk unterstützt. Der Sterbende hat den Wunsch möglichst ohne große Schmerzen zu sterben. Dies kann ihm durch die Palliativmedizin erfüllt werden.

Die Schulung für einen ehrenamtlichen Sterbebegleiter geht über 6 Monate. Über diese Arbeit kann sich jederzeit bei den genannten Diensten informiert werden.

Mein Angehöriger wird pflegebedürftig, was nun?

Am 16.04.2013 fand im Schwesternhaus Mardorf eine Informationsveranstaltung statt. Herr Bösser Krankenkassenmitarbeiter, berichtete im Auftrag des Pflegestützpunktes Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Menschen werden immer älter, und somit steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen. Tritt bei einem Angehörigen eine Pflegebedürftigkeit ein, ist ein Antrag zur Festlegung der Pflegestufe bei der Krankenkasse zu stellen. Es werden Geld- und Sachleistungen für die ambulante sowie für die stationäre Pflege in einer Einrichtung übernommen. Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen können diese Leistungen erhalten. Dadurch wird gewährleistet, dass die Körperpflege, die Ernährung, eine Mobilität sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausgeführt werden können. Übernimmt man die Pflege für einen Angehörigen und hat dieser eine Pflegestufe erhalten, ist man als Pflegeperson unfall- und rentenversichert. Durch die Verhinderungspflege ist bei Krankheit oder Urlaub die Pflege, allerdings durch eine fremde Person, für 4 Wochen gesichert. Ist der Wohnraum nach Eintreten der Pflegebedürftigkeit nicht mehr alltagstauglich, kann bei der Krankenkasse ein Zuschuss für Umbauarbeiten beantragt werden. Wichtig ist jedoch, dass vor dem Umbau der Antrag bei der Krankenkasse gestellt wird. Anträge gibt es auch für Hilfsmittel wie zum Beispiel Pflegebett, Griffe im Bad oder Wannenlift. Geld- und Sachleistungen werden bei Demenz, geistiger Behinderung, psychischer Erkrankung: “Bei eingeschränkter Alltagskompetenz”ohne Pflegestufe im Bedarfsfall übernommen.

Der Pflegestützpunkt informiert und berät Sie kostenlos:
- Hilfe im häuslichen Bereich
- Hilfe bei der Antragstellung
- Unterstützung beim Umgang mit Behörden
- Hilfe bei Widersprüchen oder Ablehnungen

Kontaktadresse:
Pflegestützpunkt
Am Grün 16
35037 Marburg
Telefon: montags-freitags von 10:00 - 16:00 Uhr
unter der Nummer 06421-405-7400
Fax: 06421-405-7410Email: pflegestuetzpunkt@marburg-biedenkopf.de

Leben im Alter, Bürger helfen Bürgern

Am 19. April 2012 lud der Bürgerverein Mardorf e.V: zu einem Informationsabend in das Bürgerhaus Mardorf ein. Vor 2 Jahren hatte der Verein den Mittagstisch ins Leben gerufen, der von den Bürgern sehr gut angenommen wurde. Der Bürgerverein beschäftigt sich nun schon seit längerem mit dem Thema „ wie können ältere Menschen in ihrem Dorf alt werden, die einer Hilfestellung bedürfen“. Der Vorstand des Bürgervereins besuchte den Ort Eichstätten am Kaiserstuhl, in dem schon seit rund 15 Jahren solch eine Bürgerhilfe angeboten wird.

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg begrüßte die ca. 90 zig Besucher. Jeder so Richter-Plettenberg hat ein Talent welches er einsetzen könne um älteren Mitmenschen die Lebensqualität in ländlichen Regionen zu verbessern. Vielleicht könnten durch die Bürgerhilfe frühzeitige Heimaufenthalte verhindert werden. Dieses Angebot stünde natürlich allen Stadtteilen zu Verfügung.

Peter Fischer brachte das Vorhaben des Bürgervereins mit viel Herzblut den Zuhörern nahe. Der demokrafische Wandel zeigt heute schon, dass viele ältere Menschen im ländlichen Gebiet leben, in denen es sehr wenige Angebote gibt. Wer hilft beim Einkäufen wenn man selber nicht mehr mobil ist, wer schaut einmal vorbei bevor ein Mensch in völliger Isolation lebt ? Es wären noch viele andere Beispiele aufzuführen. Ein dörfliches Netzwerk von Helfern schaffen, die für andere Mitbürger Freizeit übrig haben. Der Bürgerverein e.V. möchte darauf hinweisen, dass mit dem neuen und wichtigen Projekt nicht die Arbeit der Pflegedienste übernommen werden soll.

Frau Ruth Schlichting, die Leiterin der Stabsstelle Altenhilfe des Landkreises Marburg-Biedenkopf gab zwischendurch auch wichtige Hinweise. Sie beantwortete Fragen der Zuschauer. Mitbürger die sich als Helfer melden, bekommen eine Basisschulung, auf der sie auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Nach diesem Abend haben die Bürger die Möglichkeit ihr Interesse als Helfer zu signalisieren. In den nächsten Monaten wird ein nächstes Treffen stattfinden, an dem die Planung für die Schulung besprochen wird.

Natürlich können sich auch Interessierte, die nicht in der Stadt Amöneburg wohnen als Helfer melden, den Hilfe kennt keine Grenzen. Der Bürgerverein e.V. ist unter der Telefon Nummer 06429/8266264 zu erreichen.

Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, könnte aber den Weg für die nächste Generation ebnen, denn das Alter wird für jeden einmal ein Thema sein. 

Bilderprofi Zabel spendet für die Bürgerhilfe

Mehr als 200 Personen hatten sich an der Aktion „Amöneburg in the box“ beteiligt und sich zum Ablichten in die Kiste begeben. Nach einer sehr gut besuchten Ausstellung im Rathaus konnten die Fotos im Fotostudio in Amöneburg, Am kleinen Born 13  gegen eine Spende mitgenommen werden.

 

Anja Feldevert und Holger Gröb vom Foto Team, Burkhard Wachtel von der Bürgerhilfe, Bürgermeister Richter-Plettenberg

 

Wunsch des Teams von Bilderprofi Zabel war, dass die Bürgerhilfe der Stadt Amöneburg die Spendengelder erhalten soll.

Am 24. November 2014 fand nunmehr im Rathaus Amöneburg die Scheckübergabe an die Bürgerhilfe statt. Verwendung findet die Spende für die Betreuungsgruppe von Demenzkranken, die einmal wöchentlich im Schwesternhaus in Mardorf betreut werden.

Die Bürgerhilfe bedankt sich auf diesem Weg ganz herzlich beim Team von Bilderprofi Zabel für die großzügige Unterstützung.

OP Bericht: Ehrenamt ist gut für die Gesundheit (08.11.2014)
OP, 8.11.2014.pdf
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Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg liest

Michael Richter-Plettenberg las am 21. November 2013 beim Mittagstisch im voll besetzten Mardorfer Schwesternhaus. In Kassel geboren und aufgewachsen brachte er mit dem „Kragenknöpfchen“ in Mundart gehalten den Kasseler Dialekt nach Amöneburg.

Mit dem Buch „Nie wieder achtzig“ von Dieter Hildebrandt erinnerte Richter-Plettenberg an den erst kürzlich Verstorbenen. Das Chaos im Alter, wenn man drei Lesebrillen sein Eigen nennen darf, die vielen Notizzettel den Durchblick versperren. Dieter Hildebrandt betrachtete in seinem Buch das Alter von der spöttischen und doch lustigen Seite.

Mit „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson machte Michael Richter Plettenberg die Zuhörer neugierig. Das Buch handelt von einem Hundertjährigen, der kurz vor seiner Geburtstagsfeier aus dem Altenheim türmt. Als er so in seinen Hausschuhen im Stiefmütterchenbeet steht, überkommt ihn der Wunsch nach Freiheit. Er wandert über den Friedhof zu einem Reisezentrum. Dort wird er von einem jungen Mann gebeten auf seinen großen Koffer aufzupassen, der nicht durch die Toilettentür passt. Allan Karlsson, so heißt der Hundertjährige stellt fest wie toll doch der Koffer mit dem Griff und den Rollen zu bewegen ist. Er wandert durch das Reisezentrum, wird von einem Busfahrer angesprochen, der ihm beim Einstieg in den Bus mit seinem Koffer helfen möchte. Kurz und gut, Allan und der Koffer, von dem er glaubt das sich vielleicht passende Kleidung für ihn im Inneren befindet, sind im Bus der sich in Bewegung setzt. Kapitel endet mit den Flüchen des jungen Mannes, der nun endlich von seiner „Sitzung“ aus der Toilette erschienen ist. Bürgermeister Michael Richter Plettenberg gab noch den Hinweis, dass in dem riesigen Koffer, den Allan nun auf Reisen begleiten wird eine Unmenge Geld liegt.
Der Applaus für Richter-Plettenberg zeigte, dass er für seinen Vorlesetag eine gute Bücherauswahl getroffen hatte.

Frage nicht, was gestern war

 Nach 12 Jahren Pflege möchte Heinz Immel über seine Erfahrungen erzählen. Im Schwesternhaus Mardorf berichtet er in einer sehr offenen Weise über das Leben mit seiner an Demenz erkrankten Frau.

Gerhild Immel war noch keine 50 Jahre als bei ihr Demenz diagnostiziert wurde. Natürlich machte sich die Krankheit früher schon breit so Herr Immel, nur verstand man die Zeichen noch nicht. Er schilderte einen Tag als er mit seiner Frau die Gartenarbeit erledigte, und sie ins Haus ging um das Essen, einen strammen Max herzurichten. Lange Zeit tat sich nichts und so ging Herr Immel ins Haus um zu sehen ob man essen könne. Er fand seine Frau in der Küche vor, Brot mit Butter bestrichen auf dem Teller, der Schinken auf dem Tisch verteilt und die Eier lagen auf anderen Tellern. Nach diesem Vorfall war Herrn Immel klar hier kann etwas nicht stimmen. Äusserungen von Anderen wollte man nicht hören, und nun stellte er selber fest das etwas nicht stimmte. Es wurde auch für Gerhild Immel immer schwieriger ein Datum und auch ihren eigenen Geburtstag zu sagen. Der Tag kam in dem in der Klinik die Diagnose Demenz gestellt wurde. Für die Familie ging eine Welt unter. Was sollte jetzt werden ? Es wurden Tabletten verschrieben die einen Hirnabbau verzögern sollten. Heinz Immel wusste jetzt das er in Zukunft für ZWEI denken und entscheiden musste. Er war noch berufstätig hatte aber schon die Altersteilzeit beantragt ohne zu wissen das bei seiner Frau diese Diagnose gestellt würde. Er nahm an Seminaren in der Vitosklinik teil. Als bei Gerhild Immel die Diagnose gestellt wurde, kam sie schon in die Pflegestufe II. Wortfindungsstörungen und die Persönlichkeitsveränderung schritten voran. Herr Immel leistete nun eine 24 Stunden Pflege. Nach mehreren Anträgen wurden ihm und seiner Frau eine Kur in dem Alzheimer Zentrum in Bad Eibling finanziert. In dieser Klinik konnte man sich wie in einer großen Familie fühlen und mit anderen Angehörigen seine Erfahrungen austauschen. Diese Zeit war nötig und auch wertvoll für den Kranken und den Angehörigen. Als Pflegender konnte man dort auch wieder Energie tanken.

Niemand bekommt das Wissen über die Pflege bei Demenz in die Wiege gelegt und so suchte Herr Immel, dessen Leben von Trauer, Wut und Niedergeschlagenheit geprägt war Rat. Diesen fand er in der Aura, Aktives und Rüstiges Altern, in Roßdorf. Betroffene können dort den Tag verbringen, so dass sich Angehörige wieder etwas vornehmen können. Dieser Betreuungstag ist eine wunderbare Entlastungsmöglichkeit. Im Laufe der Zeit erfuhr Heinz Immel das vieles durch Unwissenheit passierte, und er sowie andere Angehörige keine Fehler gemacht hatten. Was Gerhild Immel gestern noch konnte war heute schon nicht mehr möglich. Darüber zu diskutieren ist unsinnig, da der Kranke es nicht versteht. Herr Immel verglich in seinem Bericht das Gehirn mit einem Apothekerschrank und seinen vielen kleinen Schubladen. Stoße ich auf eine leere Schublade sind Gedanken darüber tote Zeit. Man sollte sich auf die noch gefüllten konzentrieren so Heinz Immel. Ein Demenzkranker kann nichts neues erlernen und es ist wunderbar wenn man altes erhalten kann.

In seinem Vortrag schilderte Heinz Immel auch das Auf und Ab was eine solche Krankheit mit sich bringt. Auch für ihn kam der Tag an dem er in einem Loch sahs aus dem er nicht mehr alleine raus fand. Sein Arzt schickte ihn in eine Kur und er vertraute sich für ein Jahr einem Psychologen an. Seit dieser Zeit ist er fit für die Pflege seiner Frau die er mit Liebe macht. Es gibt noch zwei weitere Personen denen Herr Immel seine Frau stundenweise anvertraut um wie auch heute Vorträge über das Leben im Hause Immel zu geben.

„Ich habe von Anderen gelernt und erfahren wie man das Leben mit einem an Demenz erkrankten Angehörigen besser leben kann, und von diesen Erfahrungen möchte ich erzählen. Natürlich kann ich kein Rezept an andere weitergeben, da jede Erkrankung anders verläuft“. Mit diesen Worten schloss Herr Immel seinen Vortrag. Die Zuhörer nutzen die Möglichkeit Herrn Immel zu befragen.

Heute ist Gerhild 62 Jahre alt, kann nicht mehr sprechen und sie wurde in die Pflegestufe III eingestuft. Heinz Immel, der im nächsten Jahr 70 Jahre alt wird sieht an den Augen seiner Frau Reaktionen. Das Leben im Hause Immel ist von Fröhlichkeit geprägt, es wird gesungen und gescherzt.

Danke Heinz Immel das Sie uns in Ihr Leben gelassen haben !

Es ist vollbracht!

 

Nach 13 Wochen intensiver Arbeit konnten die neuen Alltagshelfer am 01.12.2012 ihre Zertifikate entgegennehmen. Die Helfer opferten Abende und Samstage um eine Schulung, die auf sehr hohem Niveau stattfand zu erleben. Die Bürgerhilfe Amöneburg-Mardorf brachte 2008 die Idee auf den Weg, die nun Realität wurde. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg dankte in seiner Ansprache allen Beteiligten. Er selber war von der ersten Stunde mit in diesem Projekt eingebunden. Er sicherte der Bürgerhilfe zu, das die Stadt Amöneburg sich finanziell an den Kosten für das Schwesterhaus beteiligen wird, und die Räume weiterhin gesichert sind.
Der Erste Kreisbeigeordnete, Dr. Karsten McGovern wies auch daraufhin wie wichtig diese Arbeit in Zukunft sein wird, da es das Ziel jeden Einzelnen ist seinen Lebensabend nicht in einer Einrichtung zu verbringen. Er überreichte Burkhard Wachtel den Bewilligungsbescheid so dass die Arbeit der Bürgerhilfe für die nächsten drei Jahre gesichert ist.
Frau Ruth Schlichting von der Stabsstelle Altenhilfe im Marburg-Biedenkopf-Kreis begleitete die Amöneburger seit 2008 um dieses wichtige Projekt auf den Weg zu bringen und sie wird auch weiterhin mit Rat und Tat der Bürgerhilfe zur Seite stehen.
Im nächsten Jahr werden die Alltagshelfer eingesetzt um Menschen, die zu Hause leben auf vielfätige Weise Unterstützung in der Häuslichkeit zu geben.
Ohne das große Organisationstalent und der vielen Stunden, die sie von ihrer Privatzeit investiert haben, wäre dieses Projekt nicht so schnell auf den Weg gekommen. Hildegard Kräling, Barbara Benner, Elisabeth Rhiel-Stempfle und Peter Fischer waren der Motor.

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